Lea Schaffner erzählt in ihrem Videoessay «Besuchen gehen, Going on a Visit, Andare in Visita» (2024) von der Zeit, die sie mit Elvira Salis verbrachte. Salis verlor ihr Haus beim Bergsturz von Bondo, pflegt ihren dortigen Garten aber immer noch. Wie der Titel andeutet, kam die Künstlerin nach Bondo, um ein Dokumentationsprojekt durchzuführen. Dabei entdeckt sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihrem archivarischen Ansatz und Salis’ sorgfältiger Gartenarbeit. Archiv und Garten sind nützliche Metaphern und Methoden, um über eine Zukunft in einem instabilen Umfeld nachzudenken. Mit offenen Worten beschreibt Schaffner die Vorzüge und Mängel ihres theoretischen Ansatzes, wenn er in einer realen Umgebung angewendet wird, sowie den Einfluss der Besucherin auf den Ort, den sie bereist. Die Jury vergibt einen Förderbeitrag von CHF 10’000 für die Weiterentwicklung dieser durchdachten und engagierten künstlerischen Praxis. Aoife Rosenmeyer
LEA SCHAFFNER, *1989, Zürich, Förderbeitrag, CHF 10’000. leaschaffner.net
Visuals: Porträtbild © Stefan Tschumi. Werkbilder: Ausstellungsansicht Aargauer Kunsthaus, 2025 © René Rötheli. «Besuchen gehen, Going on a Visit, Andare in Visita», 2024 © Lea Schaffner