Géraldine Honauer veranschaulicht mit der ortsspezifischen Extended-Reality-Installation «CURRENTS» (2025), dass wir im ständigen Austausch mit unserer Umwelt stehen. Beim Einatmen nehmen wir Sauerstoff aus der Luft auf — und mit ihm unzählige Partikel, die unsere Luft verschmutzen oder verbessern. Beim Ausatmen reichern wir den CO2-Gehalt unserer Umgebung an. Der nasenförmige Sensor, der auf dem Platz vor dem Aargauer Kunsthaus angebracht ist, regt Passanten zum Staunen an, während die dort gesammelten Daten das Virtual-Reality-Erlebnis der Kunsthausbesuchenden beeinflussen. Eine unsichtbare Realität wird in einer ästhetisch ansprechenden und anspruchsvollen Form sichtbar gemacht, die gleichzeitig unsere Wirkung auf ein grösseres System demonstriert. Die Jury vergibt der Künstlerin einen Förderbeitrag von CHF 10’000 aufgrund der unmittelbaren Inszenierung eines Werks, das sich mit ernsthaften ökologischen Themen befasst. Aoife Rosenmeyer

 

GÉRALDINE HONAUER, *1986, Aarau, Förderbeitrag, CHF 10’000. geraldinehonauer.com
Visuals: Porträtbild © Tizian Baldinger. Ausstellungsansicht «currents.systems», Aargauer Kunsthaus © René Rötheli